Was ist Ringen ?

Ringen ist eine Zweikampfsportart. Jeder Kämpfer verfolgt das Ziel, seinen Gegner auf die Schultern zu zwingen, oder nach Punkten zu besiegen.

Dazu braucht er nicht nur eine gute Technik und Kondition, sondern auch das taktische Geschick, in jeder chancenreichen Kampfsituation mutig anzugreifen oder zu kontern.

Technik, Kondition, Geschick und Kraft - vier Eigenschaften die den Ringkampf prägen.

Ringen hat eine Jahrtausende alte Geschichte und gehörte schon zum Programm der antiken Olympischen Spiele. Schon im 17. Jahrhundert wurde Ringen zur Selbstverteidigung ausgeübt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ringtechnik weitreichend geändert. Der traditionelle Standkampf wurde um die Wälztechnik (dem Bodenkampf) erweitert.

Wenig später entstand die bis heute üblichen beiden Kampfweisen griechisch-römischer Stil und Freistil.

Die Stilarten:

Beim griechisch-römischen Stil sind nur Griffe oberhalb der Gürtellinie erlaubt, beim Freistil darf überall angegriffen werden, es dürfen auch die Beine eingesetzt werden.

 

Zum Kampf:

Die Kampfdauer beträgt für Aktive und Junioren 3x2 Minuten, für unseren Nachwuchs

3x1.30 Minuten. Zwischen den Kampfabschnitten liegen 30 Sekunden Pause. Jede Runde wird mit einem Sieger beendet.

 

Der Kampfverlauf:

Beim Aufruf begeben sich die beiden Ringer in die rote, bzw. blaue Mattenecke. Von dort ruft sie der Kampfrichter in die Mattenmitte und überprüft, ob die Kleidung in Ordnung und der Körper trocken ist.

 

Der Kampf beginnt...

Die Ringer gehen aufeinander zu und versuchen, den Gegner aus dem Stand mit speziellen Grifftechniken auf die Schultern zu zwingen. Beim Standkampf ist es wichtig, sicher und fest zu stehen. Das gelingt ihm, wenn er die Beine in den Knien leicht beugt und das Körpergewicht über die schulterbreiten Füsse bringt. Die Hände hält er vor dem Körper, um schnell mit dem Gegner Kontakt zu finden. Im Freistil beugt er den Oberkörper stärker nach vorn, da auch die Beine vor Angriffen geschützt werden müssen.

 

Schultersieg:

Der Kampfrichter stellt den Schultersieg fest, wenn ein Ringer auf beiden Schultern liegt und von seinem Gegner festgehalten wird, sodass ein erkennbarer Kampfstillstand eingetreten ist.

 

Technische Überlegenheit:

Führt ein Ringer mit einem Unterschied von 6 technischen Punkten oder erhält er zwei 3er-Wertungen oder eine 5er-Wertung hat der Ringer die Runde gewonnen.

Wenn ein Ringer zwei Runden gewonnen hat, ist dieser der Sieger des Kampfes.

Ausserdem kann ein Kampf durch Verletzung, Aufgabe oder Nichtantreten eines Ringers enden, oder durch Disqualifikation eines Ringers.

 

Verbote:

Dem Ringer ist während des Kampfes folgendes verboten: An den Haaren, Ohren, Geschlechtsteilen zu ziehen, an der Haut zu kneifen, beissen sowie die Finger und Zehen zu verdrehen. Allgemein ist es verboten Griffe und Bewegungen mit der Absicht durchzuführen, den Gegner zu quälen oder ihm Schmerzen zuzufügen, um damit zu errechen, dass er im Kampf nachgibt. Darüber hinaus ist es verboten, zu treten, mit dem Kopf zu stossen, zu würgen, allgemein zu stossen, alle Griffe und Aktionen die das Leben des Gegners gefährden oder den Bruch oder Verrenkung von Gliedern verursachen können, sowie dem Gegner auf die Füsse zu treten und das Gesicht des Gegners zwischen Augenbrauen und Mundlinie zu berühren. Ellbogen oder Knie dürfen nicht in Magen oder Bauch gedrückt werden, die Fusssohle des Gegners darf nicht gefasst werden.

Der Ringer darf sich nicht an der Matte festhalten, Gespräche zwischen den Ringern sind während des Kampfes verboten.

 

Das Kampfgericht:

Das Kampfgericht besteht aus einem Mattenpräsidenten, einem Kampfrichter und einem Punktrichter.

 

Die Kampfkleidung:

Die Kampfkleidung bestehend aus dem einteiligen Trikot, das im Freistil bis zu den Oberschenkeln geht, beim griechisch-römischen Stil bis zu den Knien reichen darf und den hohen, weichen Ringerschuhen, die ohne Metallösen und Absätzen sind.

 

Die Ringermatte:

Die Ringermatte, kreisförmig mit einem Durchmesser von 9 Metern, die mit einer quadratischen Sicherheitsmatte (Umrandung) umgeben ist. Dabei bildet die zentrale Ringkampffläche (7 Meter Durchmesser) die Hauptwettkampffläche, an die sich die 1 Meter breite rote Passivzone anschliesst. Das Zentrum der Matte wird durch einen Kreis (1 Meter Durchmesser) markiert.

 

Die Gewichtsklassen der FILA:

Männer: 55 / 60 / 66 / 74 / 84 / 96 / 120

Frauen EM/WM: 48 / 51 / 55 / 59 / 63 / 67 / 72

Frauen OS: 48 / 55 / 63 / 72

Das Ringerohr